Sanierung Ladenraum Florastrasse Olten

Die 1934 erbaute Liegenschaft Florastrasse 6 ist ein sechsgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus und Teil einer Blockrandbebauung.

Die Parterreetagen der Hauzeile wurden als Verkaufslokale konzipiert. Der Raum zur Strasse hin diente als Ausstellungs- und Verkaufsraum. Dahinter befanden sich ein Lager- bzw. Vorbereitungsraum sowie eine Küche.

In der 1970er Jahren wurden bei der Liegenschaft Florastrasse 6 diese Räume zusammengelegt und der Windfang zum Haus in ein Büro umfunktioniert. Der Hauszugang befindet sich seither auf der Hofseite. Die gesamte Sockelpartie wurde mit neuen kleineren Schaufenstern und flächendeckenden Blechtafeln sowie einem Vordach verkleidet.

Im Innenraum wurde die Decke um rund eineinhalb Meter heruntergehängt.

Im nun erfolgten Eingriff wurden die gesamten Verkleidungen sowie das Vordach im Sockelbereich der Fassade entfernt und die ursprünglichen Schaufensteröffnungen wieder hergestellt. Die beschädigten Kunststeineinfassungen wurden repariert bzw. teilweise ersetzt. Die neuen Schaufenster wurden aus je einem gerahmten Glas aussen flächenbündig zu den Kunststeinverkleidungen eingesetzt.

Die Eingangstüre zum Laden sowie der symmetrisch angeordnete fest verglaste Fensterteil wurden leicht zurückgesetzt als Regelbruch zur Mittelpartie. Der schmale Streifen der Lüftungslamellen oberhalb der Schaufenster und Türen sollten alle aussen flächenbündig montiert werden und den Regelbruch wieder aufheben.

Im Innenraum wurden alle Wände und die abgehängte Decke entfernt, so dass die ursprüngliche Raumhöhe wieder erlebbar ist. An das bestehende WC wurde ein kubischer Körper eingeschoben, welcher eine Kochnische sowie weitere sanitäre Installationen aufnimmt.

Der ganze Raum ist durch einen Unterzug sowie zwei Stützen in zwei Zonen gegliedert. Dadurch entstanden verschiedene Schichtungen mit Durchblicken. Die Fassade zur Strasse ist die äusserste Schicht mit den grossen Schaufensterflächen, welche den öffentlichen Bereich vom Ladenraum trennt beziehungsweise filtert oder Einsicht evoziert. Ein- und Ausblicke erlaubt man je nach Verwendung der feinen Horizontallamellen. Die ausgestanzte Mittelwand bildet die zweite respektive dritte Schicht und verbindet die beiden Raumteile. Die rückseitige Fassade weist kleinere Öffnungen auf und schützt diesen Bereich zum Hofraum hin.

Für die Schaufensterrahmen wurde der Farbton der in der Kunststeinverkleidung enthaltenen grünen Serpentinsteinsplitter aufgenommen.

Im Innern wurden Wände, Decken, Stützen und Stürze in weiss gehalten. Als Kontrast dazu wurde für den fugenlosen Bodenbelag sowie für den eingeschobenen Kubus ein seidenmatter Sepiafarbanstrich gewählt.

Technische Eingriffe:

Die Haustechnik wurde komplett erneuert. Die Sanitärzelle wurde ersetzt und durch eine Küchenzeile ergänzt. Für die elektrischen Installationen (Nutzstrom 230v sowie IT-Nutzung) wurde ein den heutigen Bedürfnissen adäquates und flexibles Konzept entwickelt und realisiert.

Ein neuartiges Lüftungssystem wurde in die neuen Schaufensterrahmen auf der Westfassade integriert und gewährleitstet witterunsunabhängig und schallgeschützt optimale Frischluftzirkulation.

Gebäudehülle:

Die neuen Schaufenster sowie die vollflächig neu gedämmten Aussenwände schaffen ein angenehmes Raumklima und tragen zur Energieeffizienz des gesamten Gebäudes bei.

Polyvalente Nutzung:

Die beiden zu einer grossen Fläche zusammengeführten Raumschichten ermöglichen vielseitige Nutzungen wie zum Beispiel ein Verkaufslokal, ein Atelier, ein Büro, ein Ausstellungsraum oder auch ein Wohnloft.

Planung: 2012

Ausführung: 2013

Fotos: © Jürg Hochuli

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